Borreliose

     
Borreliose - Ausdruck der verstimmten Lebenskraft

 

Zu Beginn der 1970ger Jahre wurden in Lyme, US-Bundesstaat Conneticut, gehäufte Fälle einer besonderen Form der juvenilen Arthritis registriert. Zahlreiche Betroffene wiesen zudem einen auffälligen Hautausschlag – das Erythema migrans auf.

Die Medizin isolierte als Erreger ein Bakterium mit dem späteren Namen Borrelia burgdoferi. Als Überträger sind vor allem die Zecken zu nennen. Andere Übertragungswege sind nicht auszuschließen. Mittlerweile kommen Zecken mit Borrelien bundesweit vor. Einige Gebiete weisen eine deutlich höhere Infizierung auf. Allein in den östlichen Bundesländern sind in den Jahren 2007 bis 2009 über 16.000 Infektionen gemeldet worden. Die Dunkelziffer könnte um vieles höher liegen. Eine nicht unwesentliche Gruppe von Betroffenen mit einer deutlich erhöhten Immunreaktion (Titer) zeigen keine Symptome. Andere dagegen bilden unterschiedliche Symptomenkomplexe aus. Das „Robert-Koch-Institut“ schreibt hierzu:

Die Einteilung der Stadien erfolgt anhand klinischer Manifestationen:
▶  Stadium I: Erythema (chronicum) migrans, frühe Neuroborreliose
▶  Stadium II: Meningopolyneuritis Garin-Bujadoux-Bannwarth, Lymphadenitis cutis benigna Bäfverstaedt (Borrelien-Lymphozytom)
▶  Stadium III: Lyme-Arthritis, Acrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer, chronische Enzephalomyelitis mit Para- und Tetraparesen (chronische Formen des 3. Stadiums stellen sehr seltene Erkrankungen dar.)

Den vollständigen Text lesen Sie im „Epidemiologisches Bulletin Nr. 12“.

Seit dem Aufkommen der Lyme-Krankheit (Borreliose) ist nach der Schulmedizin eine langfristige Antibiotikabehandlung die Therapie der Wahl. Trotz dieser aufwendigen Therapie nimmt die Zahl der chronischen Lyme-Krankheit zu.

Borreliose - aus homöopathischer Sicht:
Die Homöopathie behandelt nicht einen Krankheitsnamen oder einen mutmaßlichen Erreger. Antibiotika unterdrückt die Reaktion des Immunsystems und fördert es nicht. Wirkliche Heilung entsteht nur aus einem intakten Immunsystem. Die klassische Homöopathie identifiziert die Schwächen der Lebenskraft bzw. des Immunsystems anhand der auffälligen und sonderbaren Symptome. Die homöopathischen Arzneimittel stärken die individuell verstimmte Lebenskraft – damit kann Gesundheit eintreten.

Die klassische Homöopathie behandelt die Borreliose so wie sie jede andere Krankheit auch behandelt. Die Gesamtheit der auffälligsten und sonderbarsten Symptome weisen auf das zu heilende Arzneimittel. Im Verlauf der Biographie wirken ganz individuelle Faktoren auf das eigene Immunsystem. Einige können das Immunsystem nachhaltig stören und Krankheitssymptome ähnlich der Borreliose entstehen lassen.

 

   

(Ausschnitt der Anamnese): Im September 2005 kam eine Mutter mit ihrem 9jährigen Sohn und bat um unterstützende Therapie bei der Behandlung einer Borreliose.

Spontanbericht:
Die Mutter erzählt, dass beim Patient im Nov./ Dez. 2001 durch den Hausarzt eine Borreliose diagnostiziert wurde. Der Patient sah zu dieser Zeit schlecht aus, war blass, schlapp und müde. Gleichzeitig kam es noch zu einer Erkältung.
Therapie durch den Hausarzt: hoch dosiertes Antibiotika in Feb. 2002. Die Symptome der Borreliose gingen schlagartig zurück.

Heute bestehen noch Hüftschmerzen morgens nach dem Aufstehen, aber auch zu anderen Tageszeiten. Die Schmerzen wechseln mit Bauch- und Kopfschmerzen ab. Die Schmerzen in der Hüfte und Leistenregion sind am schlimmsten.

Die Schmerzen wechseln den Ort, springen hin und her. Davon betroffen sind das rechte Knie, die Hüfte und Leistenregion sowie die Fußgelenke.

Kopfschmerzen im Hinterkopf während der Schule. Während der akuten Phase der Borreliose Kopfschmerzen wie ein Streifen quer über den Kopf, jeweils oberhalb der Ohren. Heute nur noch einmal monatlich.

Der Patient mag alles Saure, Suppen, Mortadella, Salami, Lakritz und Marzipan. Fette Schwarte am Fleisch und Austern mag er nicht. Oliven wurden bis vor einem Jahr abgelehnt.

Er fordert seinen Schlaf; schläft gut. Lage auf der rechten Schulter.

Wenn die Füße freiliegen, ist das unangenehm. Furcht: „da könnte einer dran packen.“ Zähneknirschen im Schlaf.

Der Patient kaut sich regelmäßig die Nägel ab.

 

 

Repertorisation
Die Auswertung der gesamten Anamnese ergab das Arzneimittel Medorrhinum*.

Ergebnis
Nach der Einnahme von Med M verstärkten sich die Gelenkschmerzen für einige Tage. In den drei Folgewochen vergingen die Gelenkschmerzen vollkommen.

Vier Monate nach der Einnahme von Med M kamen die Schmerzen in der Leistenregion wieder – aber nicht mehr so deutlich wie zu Beginn.

Nach fünf Gaben Med M bis XM bis 2008 sind bei dem Patienten alle schwerwiegenden Symptome der Gelenke verschwunden. Eine Bestimmung des Titers wurde leider nicht mehr durchgeführt. Hin und wieder treten Schmerzen der Achillessehne auf und ein Ekzem der Armbeuge.
Weitere Probleme mit der Diagnose `Borreliose´ sind bei diesem Patienten nicht mehr zu erwarten.

 

Repertorium Universale.

Folgende Arzneimittel (Kürzel) können ein solches Symptom hervorbringen und heilen: **

(Rubrik: Wandernder Schmerz, von einer Stelle zur anderen) acon aesc agar alum-sil AM-M anag andr ant-t apoc apoc-a arg Arn ars ars-h ars-s-f asaf aur aur-ar Bamb-a bapt bell benz-ac berb brucel bry cact Calc-p camph CARBN-S cast-eq Caul Caust cedr cham chel chin chin-ar choc cimic cinnb clem coca cocc colch coll coloc curc daph dios ery-a euphr ferr-p fl-ac form gels harp hell hydr hyper ign iris Kali-bi kali-n KALI-S Kalm kola lac-ac LAC-C lach laur led lil-t Lyc lycps Mag-p magn-gr mang Mangi med merc-c merc-i-r Merl mosch nat-ar nat-s Nux-m nux-v orig-v osm ph-ac Phyt pip-m plan plat Plb plut-n polyg psil psor PULS puls-n ran-a Rhod rhus-v sabin sal-ac sang sars senec sep Sil Tarent tell trom Tub valer Verat-v vib
     

* Das hier genannte Arzneimittel ist nur in diesem Krankheitsfall heilsam und sollte ohne vorhergehende fachliche Anamnese und homöopathische Repertorisation nicht eingenommen werden. Falsch verordnete Arzneimittel können den Krankheitszustand verschlechtern. Wenden Sie sich bitte an einen ausgebildeten Heilpraktiker oder Facharzt für Homöopathie – siehe Berufsverband: www.vkhd.de .

** ars = einwertig, Ars = zweiwertig, ARS = dreiwertig: Je höher die Wertigkeit einer Arznei, desto stärker ist die Heilkraft bei dem entsprechenden Symptom.