Bronchitis, chronische

     
Bronchitis, chronische - Ausdruck einer verstimmten Lebenskraft.
     

(Ausschnitt der Anamnese): Im Dez. 2004 kam ein 68 jähriger Mann mit einer schweren Form einer chronischen Bronchitis in die Praxis.

Kurzer Krankenbericht:
Er berichtet: Seit dem 5. Lebensjahr plagt ihn eine chronische Bronchitis. Zuvor hatte er mit 3 eine Lungenentzündung mit 41°C Fieber und Delirium. Bis zur Jugendzeit entwickelte sich mehrmals im Jahr eine mehrmonatige Bronchitis. In der Pubertät endeten die Anfälle.

Mit dem 35. Lebensjahr traten die Anfälle plötzlich wieder auf. Bis heute werden die jährlichen Anfälle in der kalten Jahreszeit mit wechselnden Antibiotika behandelt. Eine grundsätzliche Besserung ist nicht zu erkennen. Im Gegenteil: in den letzten Jahren sind die Anfälle langwieriger und intensiver geworden.

Der Hustenreiz beginnt im Kehlkopf und wandert zu den Bronchien. Morgens hustet er große Massen an gelblich-grünen Schleim ab. Seit diesem Jahr kommt es auch noch zu stechenden Schmerzen am Ende des rechten Rippenbogens. Der Schmerz kommt nach dem Husten und beim tiefen Einatmen. Kalte Luft wird in diesem Stadium nicht vertragen und verschlimmert die Entzündung.

Die Familienanamnese zeigt, dass sein Bruder an einem Lungenkarzinom verstorben ist. Sein Großvater litt an schwerem Asthma, an dessen Folgend er verstarb.

Weitere Einzelheiten:
Der Patient raucht seit seinem 16. Lebensjahr zwischen 20 und 30 Zigaretten pro Tag.

Hämorrhoiden seit über 20 Jahren. Während Stuhlgang kommt es zu hellen Blutauflagerungen. Meist breiiger Stuhl am Morgen.

Er isst gerne geräuchertes Fleisch, Ei mit viel Maggi, Süßigkeiten, Kuchen und trinkt gerne trockenen Rotwein. Gerne auch mal eine Tasse Milch. Morgens isst er immer Müsli mit Quark und Jogurt.

Der Patient liebt die Berge. In jungen Jahren fuhr er jedes Jahr im Herbst in die Alpen zu mehrtägigen Hüttenwanderungen. Ungern ans Meer.

 

Morgendlicher Auswurf des Patienten, 2004.




Repertorium Universale
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Folgende Arzneimittel (Kürzel) können ein solches Symptom hervorbringen und heilen: **

Acon  Ant-t  bell  Bry  calc  carc  Ferr-p  hep  IP  kali-br  Kali-c  Lob  Lyc  Merc  Nux-v  op  Phos  sulph  tub

Repertorisation
Bei der Auswertung der Anamnese zeigen sich drei homöopathische Arzneimittel als mögliche Heilmittel für den chronischen Zustand der Bronchitis. Diese sind: Kalium carbonicum*, Sulphur* und Tuberculinum*. Aufgrund der sich akut zeigenden „stechenden Schmerzen“ im Rippenbogenbereich verordnen wir „Kalium carbonicum* C200“.

Ergebnis
Hausbesuch: 3 Wochen nach der Einnahme von Kali-carb.* C200 hat sich der Zustand des Patienten in keiner Weise gebessert. Das verordnete Arzneimittel ist nicht richtig. Eine Wiederholungsgabe unnötig. 

Erneute Repertorisation
Eine nochmalige Auswertung der Symptome weist auf das Arzneimittel „Tuberculinum*“ hin: starkes Verlangen nach geräucherten Speck, Verschlechterung der Hauptbeschwerde in der kalten Jahreszeit, verlangen nach Wandern in den Bergen und eine deutlich familiäre Lungenbelastung. 

Der Patient erhält im Januar 2005 eine Gabe Tuberculinum* C30.

Ergebnis
Schon am Tag der Verordnung (13.01.05) von Tuberculinum* C30 verspürt der Patient er eine deutliche Besserung um 60 - 70%. Kaum noch Husten und bessere Luft. 

In den Folgetagen erhielt der Patient aufsteigende Wiederholungsgaben der gleichen Arznei. Nach 3 Wiederholungsgaben innerhalb von 4 Wochen war der Zustand des Patienten so stabil, dass er nur noch über leichten Nachtschweiß der Brust klagte.

Im weiteren Verlauf der Folgejahre brauchte der Patient immer wieder eine Wiederholungsgabe von Tuberculinum*. Seit dieser Zeit hat der Patient keine schwere Bronchitis erlitten. In den Wintermonaten blieb der Husten aus. Er nahm keine Antibiotika mehr ein.

Nach wiederholten Arzneigaben von Tuberculinum* war die Lebenskraft des Patienten so weit gestärkt, dass er in 2008 nach 50 Jahren das Rauchen aufgeben konnte. Dies mit Unterstützung einer Raucherentwöhnung der AOK Hessen.

In zahlreichen Fällen führen chronische Bronchitiden im Alter zur massiven Schwächung der Lebenskraft. Daraus entstehen vor allem Rücken-, Blasen und Nierenprobleme. Schwerste Komplikation ist dann eine Lungenentzündung, die oft tödlich endet.

In diesem Fall konnte die Lebensqualität des Patienten um einige beschwerdefreie Jahre verlängert werden.

August 2012: Der Patient fühlt sich bester Gesundheit – abgesehen von kleinen Beschwerden des Alters.
   

* Das hier genannte Arzneimittel ist nur in diesem Krankheitsfall heilsam und sollte ohne vorhergehende fachliche Anamnese und homöopathische Repertorisation nicht eingenommen werden. Falsch verordnete Arzneimittel können den Krankheitszustand verschlechtern. Wenden Sie sich bitte an einen ausgebildeten Heilpraktiker oder Facharzt für Homöopathie – siehe Berufsverband: www.vkhd.de .

** ars = einwertig, Ars = zweiwertig, ARS = dreiwertig: Je höher die Wertigkeit einer Arznei, desto stärker ist die Heilkraft bei dem entsprechenden Symptom.