Migräne mit Aura, Fall I

 
     

Im April 2012 wurde ich von der leitenden Hebamme eines Geburtshauses zur Behandlung einer Schwangeren mit schwerer Übelkeitssymptomatik hinzugezogen.

Auszug aus dem Krankenbericht
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Die Patientin, Mutter von fünf Kindern befindet sich in der 12 Schwangerschaftswoche und leidet unter massiver Übelkeit, die sich täglich nach der Mittagszeit bis zum Abend hin entwickelt. Ähnliche Übelkeit hatte Sie bereits in den vorhergehenden Schwangerschaften.

Seit der Jugendzeit leidet die Patientin an Migräne mit Aura. Die Anfälle waren damals schon so heftig, dass sie sich am liebsten die Haare ausgerissen oder sich aus dem Fenster gestürzt hätte. Zum eigenen Schutz musste die Mutter der Patientin anwesend bleiben.
Während der Schwangerschaften verschlimmerten sich die Anfälle. Zu Beginn eines Anfalls empfindet die Patientin einen Licht- bzw. Regenbogen. Das Sehfeld verwischt. Die rechte Gesichtshälfte und die rechte Hand kribbeln, werden taub und kalt. Manchmal ist auch eine ganze Körperseite betroffen. Anschließend setzen starke Übelkeit und Kopfschmerzen ein. Die Patientin nimmt dann Triptane.

Die erste Menstruation begann mit dem 15. Lebensjahr. Die Blutungen gehen immer mit `fürchterlichen´ Bauchschmerzen einher.

Die Patientin leidet an unruhigen Beinen vor allem während der Schwangerschaften. Die Unruhe ist in Bauchlage besser. Das Symptom der `Unruhigen Beine - Restless legs´ wurde auch bei ihrem 19jährigen Sohn festgestellt. Zudem leidet er seit der 1. Klasse an ADHS.

Der Vater der Patientin leidet an einem chronischen Schmerzzustand der Beine verbunden mit intensiver Unruhe. Er erwacht in der Nacht und ringt schreiend nach Luft.

Als Kind hat die Patientin lange Zeit nachts eingenässt und Nägel abgekaut. Das Nägel beißen ist in den letzten Jahren besser geworden. Ihre Tochter beißt sich ihre Nägel bis tief ins Nagelbett ab, so dass es blutet.

In Verbindung mit Mandelentzündungen bekam die Patientin als Kind mehrmals Nierenblutungen. Nach der Entfernung der Mandeln trat das Symptom nicht mehr auf.

Die Patientin leidet an niedrigem Blutdruck. Der systolische Druck beträgt 100-110 mmHg.

Die Patientin hat zahlreiche Ängste, so z.B. vor der Alkoholkrankheit ihres Vaters. Spinnen sind ganz fürchterlich. Gewitter findet sie dagegen faszinierend. Höhenangst, schon wenn sie eine Leiter besteigt. Auch das Überschreiten, einer nach hinten offene Treppe fürchtet sie.

Regelmäßige Déjà vu Erlebnisse.

Repertorisation
Zur ersten Konsultation berichtete die Patientin nur von der Schwangerschaftsübelkeit. Das verordnete homöopathische Arzneimittel Carcinosinum* brachte keine signifikante Besserung der Übelkeit. Die Verordnung war falsch.
Aufgrund der unvollständigen Anamnese gab die Patientin nur einen kleinen Teil ihrer gesamten Symptomatik preis. Erst die vollständige Anamnese ergab das ganze Bild der verstimmten Lebenskraft. Nur das homöopathische Arzneimittel Medorrhinum* ist in diesem Fall das zu verordnende, heilende Mittel. Die Patientin bekam eine Gabe Medorrhinum* C 1.000.

Ergebnis
Unmittelbar nach der Einnahme kam es zu einer schwachen Migräne mit leichter Aura, aber nur wenig Schmerzen. Nur die Unterlippe kribbelte etwas. Ein ungewöhnlich schwacher Anfall, der als eine Erstverschlimmerung gewertet werden kann.

Bereits 5 Tagen nach der ersten Gabe Med.* verschwand die Schwangerschaftsübelkeit nahezu vollständig.

Im weiteren Verlauf wurde beim Embryo eine Trisomie 21 festgestellt. Die Patientin entschied sich für eine Abtreibung. Der schwere Eingriff erforderte eine erneute Gabe Medorrhinum* C 1.000.

Nach der zweiten Gabe Medorrhinum* C 1.000 ließen die Anfälle in Anzahl und Heftigkeit weiter deutlich nach.

Aufgrund der tiefen erblichen Verstimmung der Lebenskraft über mindestens drei Generationen, werden zukünftige Wiederholungsgaben notwendig sein. Eine eventuell mögliche Heilung wird in diesem Fall einige Jahre dauern.

An diesem Fall ist die erbliche Belastung der Patientin durch ein chronisches Miasma deutlich zu erkennen. Bereits der Vater der Patientin leidet massiv an einer chronischen Krankheit, die sich als chronischer Schmerzzustand der Beine mit nächtlicher Atemnot darstellt.
Auch die Kinder der Patientin zeigen deutliche Auffälligkeiten des Selben chronischen Miasmas. Die Symptome sind: Eine auffällige Form der `Hyperaktivität´ mit Konzentrationsschwäche, Nägel beißen, Restless legs (unruhige Beine) und massiven Ängste.

Nur das Zusammenzählen der Symptome aus allen drei Generationen ermöglicht eine erkennbare Ursache für die Migräne der Patientin. In diesem Fall ist das tiefwirkende chronische Miasma der Sykose Ursache für die Migräne der Patientin. Hierfür spricht auch die in der Kindheit mehrmals auftretende Nierenblutung in Zusammenhang mit einer chronischen Mandelentzündung. Das vorliegende Miasma schwächt das gesamte Nieren- und Harnsystem. Toxisch wirkende Krankheitssubstanzen der Mandelentzündungen greifen das Nierensystem an. Es kommt zu Blutungen.

Auch wenn die von der Patientin geschilderten Symptome und Krankheiten für einen `Nicht-Homöopathen´ wahllos erscheinen, folgen sie nach einer klar erkennbaren Gesetzmäßigkeit. Eine wirkliche Heilung kann nur erfolgen, wenn diese Gesetzmäßigkeiten erkannt und die heilenden Arzneimittel verordnet werden.