Milchschorf oder Seborroisches Ekzem

Milchschorf oder Seborroisches Ekzem / Kopfgneis    
 
     

Krankenbericht:
Die Mutter: Etwa vier Wochen nach der Geburt bildete sich ein krustiger Ausschlag an den Ohren, im Gesicht und auf dem Kopf ihrer jetzt zwei Monate alten Tochter. Auf dem Kopf zeigen sich bis heute gelbliche, harte Platten auf entzündeter Kopfhaut. Auch die Armbeugen und Genitalfalten sind betroffen. Der Juckreiz ist noch nicht stark ausgeprägt. Der Ausschlag riecht muffig, abstoßend.

Die Mutter selbst hatte als Säugling einen ähnlichen Ausschlag, der sich später zu einer Neurodermitis entwickelte. Heute hat sie `nur noch´ blutig schuppende Hautstellen am Hinterkopf mit extremen Juckreiz.

Schulmedizinisch betrachtet muss hier zwischen einem „seborrhoischen Ekzem – oder auch Kopfgneis genannt“ und „dem echten Milchschorf“ unterschieden werden. Hierzu später mehr.

Homöopathisch betrachtet ist eine solche Einteilung unwesentlich. Zur Beurteilung der krankhaft verstimmten Lebenskraft dient allein die Gesamtheit aller Symptome des Säuglings, der Eltern und im Besonderen die der Mutter.
Der Säugling selbst äußert seine Erkrankung durch seine auffälligen Hautsymptome, Besonderheiten beim Schlaf-Wachrhythmus, Schweißneigung und eventuell durch seinen Habitus.
In diesem besonderen Fall müssen auch die auffälligen und eigentümlichen Symptome der Mutter zur Analyse der heilenden Arznei hinzugenommen werden.

Die im Folgenden aufgeführten Beispiele homöopathischer Arzneimittel haben die Fähigkeit einen derartigen Hautausschlag zu heilen**: Alum,  Ambr, Ant-c ... BAR-C ... Calc ... Carb-an ... CIC ... Graph ... HEP ... Lappa ... Mag-c ... MERC ... MEZ ... Nit-ac ... OLND ... PHOS ... Psor ... Ruta ... SIL, STAPH ... Trif-p ... Viol-t ... Zinc.

Nach einer sorgfältig durchgeführten Anamnese konnte Calcium carbonicum* als das heilende Arzneimittel repertorisiert werden. Wie der gegenüberstehende Bildvergleich zeigt, konnte der massive Hautausschlag innerhalb von vier Wochen nahezu abheilen. In den meisten Fällen sind Wiederholungsgaben im Abstand von einigen Wochen nötig.

Wie ist das „seborrhoische Ekzem oder Kopfgneis“ von "echtem Milchschorf“ zu unterscheiden?
Wie bereits dargestellt, ist es für die „Klassische Homöopathie“ nicht wichtig wie eine Krankheit heißt oder eingeordnet wird. Einzig und Allein ist die Gesamtheit aller Symptome und Abweichungen vom Gesunden der eindeutige Hinweis auf das zu heilende Arzneimittel.

 
Zustand am 19. Oktober 2012




Zustand am 12. November 2012

Im Säuglingsalter beginnen und verlaufen Erkrankungen mit Ausschlägen oft untypisch. Eine generelle Bestimmung kann daher schwierig sein. Im Zweifelsfall suchen Sie Ihren Kinderfacharzt auf. Einige Unterschiede können sein:
Das „seborrhoische Ekzem - oder auch Kopfgneis“ bildet sich meist schon in den ersten Lebenswochen und heilt, ohne zurückbleibende Auffälligkeiten nach Monaten bis zu zwei Jahren von selbst. Der Ausschlag bildet meist nur im Kopfbereich dicke, weiche und fetthaltige Plaques, die sich leicht lösen lassen. Ein auffälliger Juckreiz besteht nicht.

Der "Echter Milchschorf" (soll) erst ab dem dritten Lebensmonat beginnen und befällt nicht nur den Kopfbereich sondern auch die Gelenkbeugen der Arme und Beine sowie den Windelbereich. Dieser kann ein erstes Anzeichen für eine später aufkommende Neurodermitis sein. Neben den entzündlichen Hautarealen können sich Bläschen bilden und es besteht meist ein starker Juckreiz.

   

* Das hier genannte Arzneimittel ist nur in diesem Krankheitsfall heilsam und sollte ohne vorhergehende fachliche Anamnese und homöopathische Repertorisation nicht eingenommen werden. Falsch verordnete Arzneimittel können den Krankheitszustand verschlechtern. Wenden Sie sich bitte an einen ausgebildeten Heilpraktiker oder Facharzt für Homöopathie – siehe Berufsverband: www.vkhd.de .

** ars = einwertig, Ars = zweiwertig, ARS = dreiwertig: Je höher die Wertigkeit einer Arznei, desto stärker ist die Heilkraft bei dem entsprechenden Symptom.